Landvermesser im Gespräch

Ricardo Riedlinger spricht mit uns übers Schreiben und Lesen, und über Ortsgebundenheit.

Ich bin 1982 das erste Mal nach Hellersdorf gekommen, und zwar im jetzigen Kaulsdorfs Nord. Dort standen die Häuser als Neubauten, es gab noch keine Straße, es gab noch keinen Bürgersteig, es war sehr viel Lehm und Matsch. Und als ich damals mit meiner damaligen Frau dann aus der neu zu beziehenden Wohnung kam – wir liefen zurück zur Bahn – fing sie an zu weinen und sagte, dass sie da nicht hinziehen möchte. Und jetzt wohne ich hier seit 13 Jahren.

Wenn man sich künstlerisch betätigt, egal was man macht, man macht es ja zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort. Und wenn ich irgenwo in meiner Wohnung sitze und etwas schreibe, weil ich in der Wohnung die Gedanken bekommen habe, dann ist es ja rein spekulativ zu überlegen, ob man an einem anderen Ort andere Gedanken bekommen hätte oder nicht. Insofern ist also immer, was man macht auch mit dem Ort verbunden, an dem man ist.

Mit Ricardo Riedlinger in Hellersdorf

Mit Ricardo Riedlinger in Hellersdorf

Auf einem Trümmerberg in Hellersdorf

Auf einem Trümmerberg in Hellersdorf

Ricardo Riedlinger

Ricardo Riedlinger

~ von landvermesser am 16. November 2008.

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